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Steuern / Umsatzsteuer 
Montag, 06.07.2020

Umsatzsteuerliche Behandlung von sog. In-App-Käufen

Die Grundsätze der sog. Ladenrechtsprechung sind laut Finanzgericht Hamburg auch auf sog. In-App-Käufe aus Spielen auf mobilen Endgeräten (insbes. Smartphones) anwendbar (Az. 6 K 111/18).

Ein Entwickler und Vertreiber von Spiele-Apps für mobile Endgeräte wie z. B. Smartphones, bediente sich für den Vertrieb u. a. des A, einer Plattform des Unternehmens B, die von C betrieben wurde. C rechnete die App-Käufe monatlich mit dem Entwickler ab und behielt eine Provision von 30 % ein. Die Beteiligten stritten um die Frage, wer umsatzsteuerrechtlicher Leistungserbringer sei. Der klagende Entwickler machte geltend, dass eine Dienstleistungskommission vorliege und er Leistungen an C erbringe, die ihrerseits Leistungserbringerin gegenüber den Endkunden sei. Dies entspreche der sog. Ladenrechtsprechung des Bundesfinanzhofs.

Das Finanzgericht Hamburg gab dem Entwickler Recht, da er mit der Freischaltung der elektronischen Daten in der Spiele-App des Nutzers und in seiner Spieledatenbank eine sonstige Leistung gegenüber C erbracht habe. Nach den Gesamtumständen sei C im eigenen Namen als Betreiber der Internetseite aufgetreten. Die sog. Ladenrechtsprechung des BFH, wonach derjenige, der im eigenen Laden Ware verkaufe, umsatzsteuerrechtlich grundsätzlich als Eigenhändler und nicht als Vermittler anzusehen sei, greife auch bei Leistungserbringungen über das Internet ein, da der Betreiber einer Internetseite insoweit vergleichbar mit einem Unternehmer sei, der im eigenen Laden Ware verkaufe. Etwas Anderes könne nur gelten, wenn das Handeln in fremdem Namen hinreichend nach außen deutlich gemacht werde. Dies sei im Streitfall aber nicht geschehen. Für den Käufer sei erkennbar A bzw. sein Betreiber als Verkäufer aufgetreten.

Der entschiedene Fall betrifft die Rechtslage bis zum 31. Dezember 2014. Auf die ab dem 1. Januar 2015 für elektronische Dienstleistungen eingeführte Neuregelung brauchte das Gericht deshalb nicht einzugehen.

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